Music event access for visually-impaired people

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Blind & Seeing Buddy System – BSBS
or Culture Cyclopes Union (working titles to choose from)

Visually impaired folks enjoy music and other festivals just as much as anybody else.
However, going to some of these festivals might feel unsafe as it is unknown territory, the loud music or crowd noise might be challenging to assess one’s surrounding, inebriated people may not be aware of those who need clear walking paths or undisturbed standing spots, and the ground may be uneven with technical equipment or due to natural outdoor conditions.
What if every blind person who wants to attend a festival could buy their ticket like everybody else and be paired with a seeing buddy for the duration of the festival? 

This seeing buddy would join the festival free of charge and be a guide, making sure uneven grounds or drunk people pose no threat to the physical integrity of their blind buddy, accompanying them throughout the different locations of the festival that might be difficult to find without seeing, possibly describing some of the visual elements, and hopefully, the two buddies, maybe joined by other friends attending the festival, get to know each other and exchange their experience of festival-going, live music, or other spectacles; new friendships can be born between people who may have never met otherwise.

 

FAQ:
As an event organiser, why should I gift free tickets?
– Because the blind buddy would probably not have bought a ticket without this system, so you gift one ticket but sold an extra one, no income is lost, plus the free ticket person will still purchase F&B and merch onsite.
– Also because access matters, your event will be a Diversity, Equity & Inclusion / DEI ally (good karma for you), which in turn will attract good PR (we will reach out to the press to give exposure to the project and participating events) and more visitors (business bonus points to you). Your staff and collaborators may feel inspired to implement more of these grassroots schemes and improve your event accessibility even more!
– NB: for public events, free accompanying guides are already included in many countries.

As a seeing buddy, what are my responsibilities?
– First and foremost, please only apply to the scheme (the event website will share a simple application form) if you truly care about making new friends and assisting a visually impaired person. And take into account that you need to remain mostly sober while accompanying your blind buddy.
– You will receive a few short tips on what your blind buddy might need from you and will be introduced to your blind buddy some days in advance by email to make sure you both agree to this match-making.
– There are no legal or insurance requirements to participate in this scheme. Regular liability laws apply, just as if you were attending an event with any friend or colleague – TBC according to different countries.

As a blind buddy, how do I apply?
– Your chosen event participating to the scheme will have a contact email address or simple application form where you can send your request. If you only mean to attend the event with a seeing buddy, make sure a match will be available for you before buying your ticket as a seeing buddy cannot be guaranteed.
– When introduced to your potential seeing buddy by email, make sure you clearly state your needs and that both parties agree to each other’s basic conditions to attend the event together. Also provide your seeing buddy with emergency contacts just in case.

 

GOAL 1: making cultural events accessible to a bigger number of people. Making this access as safe and pleasant as possible.
GOAL 2: de-stigmatising visual impairment to a wider – possibly younger – crowd. Taking down barriers between blind and seeing people.
GOAL 3: raising awareness on the theme of cultural accessibility for all and encouraging more grassroots initiatives towards general access for people with different abilities and to nurture diverse interaction.
• GOAL 4: encouraging more inclusion ideas to be developed by each festival/promoter as they feel inspired. As an example Rammstein organised a stage tour for visually- impaired guests to touch some of the backline to match with the sounds they would hear once the show started.

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Zugang zu Musikveranstaltungen und (Techno/Pop/Rap/Rock…)-Festivals
für blinde und sehbehinderte Menschen

Blind & Seeing Buddy System – BSBS
oder Culture Cyclopes Union (Arbeitstitel zur Auswahl)

Da Menschen mit visuellen Einschränkungen im Bereich  bildender Künste oft an unüberbrückbare Barrieren stoßen, eint sie meist die Begeisterung für Musik. Schließlich kann Musik ziemlich alle Gefühle ausdrücken und positive Stimmung und Lebensfreude vermitteln. Der Besuch von Musik-Festivals bringt jedoch unüberbrückbare Barrieren mit sich: Schließlich ist das Festival-Gelände unbekannt, die laute Musik begeistert – jedoch erschwert der Jubel der Menschenmenge die Orientierung, die bei Menschen mit visueller Behinderung über Hör- und Tastsinn erfolgt.
Manchen Menschen mit Sehbeeinträchtigung „sieht“ man ihre Behinderung nicht an, sodass unaufmerksame oder betrunkene Menschen sich teils nicht darüber bewusst sind, wer freie Fußwege/Pfade oder Stehplätze benötigt. Ferner birgt die Boden-Beschaffenheit durch technische Einrichtungen oder natürliche Unebenheiten bisweilen die Gefahr weiterer Barrieren und Stolperfallen.
DOCH: In Zeiten einer alternden Gesellschaft spielt  Teilhabe von Menschen mit Behinderungen eine immer größere Rolle und Wichtigkeit. Wir wollen uns gemeinsam mit Ihnen dafür einsetzen, dass interessierte Blinde das jeweilige Festival besuchen können, ein Ticket kaufen – und für die Dauer des Festivals gemeinsam mit einem sehenden Buddy TEILHABEN und TEILNEHMEN können. 

UNSERE IDEE:
Der sehende Part (ff. „GUIDE“) würde kostenlos am Festival teilnehmen und sicherstellen, dass unebenes Gelände oder betrunkene Menschen keine Barriere bzw. Gefahr für Menschen mit visuellem Handicap  darstellen. Die Guides könnten die Betroffenen an verschiedene Orte des Festivals begleiten, welche für die Betroffenen womöglich schwer zu finden sind. Visuelle Elemente könnten von den Guides beschrieben werden. Bestenfalls könnten Blinder und Guide Ihre Erfahrungen mit Organisatoren und Festivalbesuchern oder Musikern/Künstlern austauschen, um so gemeinsam Inklusion im Festival-Alltag zu leben.
Ferner könnten neue Freundschaften zwischen interessanten und interessierten Menschen entstehen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Da Menschen mit visuellen Behinderungen oft nur in „Ihrer Blinden-Community“ vernetzt sind, wäre dies gewiss ein exzellentes Pilot-Projekt, um mehr Teilhabe in Gesellschaft, Musik und Kunst zu fördern. Mehr Teilhabe zugunsten einer „bunten Republik“. 


FAQ:
Warum sollte ich als VeranstalterIn der jeweiligen Begleitperson / Guide eine Freikarte zur Verfügung stellen?
Die blinden FestivalbesucherInnen hätte in Sorge um etwaige Barrieren ohne dieses Pilot-Projekt wahrscheinlich kein Festival-Ticket gekauft. Da Sie gewissermaßen ein Ticket verschenken, aber ein zusätzliches verkaufen, gehen keine Einnahmen verloren. Die Person mit dem kostenlosen Ticket kauft weiterhin F&B und Merch vor Ort und bezahlt selbstverständlich ein Parkplatz-Ticket.
Weil der Zugang nicht nur wichtig ist, sondern sogar Vorbild-Funktion hätte, wird Ihre Veranstaltung ein Diversity Equity Inclusion / DEI-Partner (gute mediale Darstellung und Werbe-Mehrwert für Sie), was wiederum gute PR und mehr Besucher anziehen wird (Geschäftsbonuspunkte für Sie). Ihre MitarbeiterInnen könnten sich inspiriert fühlen, weitere dieser Grassroots-Programme umzusetzen und die Zugänglichkeit Ihrer Veranstaltung dadurch noch weiter zu verbessern!
– Falls Sie daran interessiert sind, könnten wir uns auch vorstellen, einen Journalisten in dieses Projekt miteinzubinden, der dieses Inklusions-Projekt medial sehr positiv aufarbeiten könnte.
– MERKE: Bei Theater- und Musical-Vorführungen in städtischen / staatlichen Theatern werden stets Freitickets für Begleitpersonen vergeben. Ggf. bestünde die Möglichkeit der Kooperation Ihres Festivals mit dem Inklusionsamt des Landkreises / bzw. der Kommune, in der das Festival stattfindet. 

Was sind meine Pflichten als sehende Begleitperson?
– Bitte bewerben Sie sich in erster Linie nur dann für das Programm (auf der Website der Veranstaltung wird ein einfaches Antragsformular bereitgestellt), wenn es Ihnen wirklich wichtig ist, neue Freunde zu finden und als Guide einer Person mit visuellem Handicap zu fungieren. Bedenken Sie hierbei, dass Sie weitgehend nüchtern bleiben müssen, während Sie die Ihnen anvertraute Person auf dem Festival begleiten.
– Sie erhalten ein paar kurze Tipps, was der blinde Festival-Teilnehmer an Unterstützungsleistungen benötigen könnte. Sie werden Ihrem blinden Kumpel einige Tage im Voraus per E-Mail vorgestellt, um sicherzustellen, dass Sie beide der jeweiligen Vermittlung zustimmen.
– Es gibt keine gesetzlichen oder versicherungstechnischen Anforderungen, um an diesem Programm teilzunehmen. Es gelten die regulären Haftungsgesetze, (exakt so, als ob Sie mit einem Freund oder Kollegen an einer Veranstaltung teilnehmen würden). 

Wie bewerbe ich mich als blinde Person?
– Die Veranstaltung, an der Sie gerne teilnehmen würden – und die zugleich auch Partner unseres Programms ist, hat eine Kontakt-E-Mail-Adresse oder ein einfaches Antragsformular, an das Sie Ihre Anfrage senden können. Informationen hierüber gibt es über den Veranstalter, oder aber über uns.
WICHTIG: Wenn Sie gemeinsam mit einer sehenden Begleitperson / Guide an der Veranstaltung teilnehmen möchten, vergewissern Sie sich, dass ein Match für Sie verfügbar ist, bevor Sie Ihr Ticket kaufen. Wir können nicht immer garantieren, dass je nach Veranstaltungsort auch ein Guide zur Verfügung steht!
– Wenn Sie Ihrem potenziellen Guide per E-Mail vorgestellt werden, stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Bedürfnisse klar benennen und dass beide Parteien den Grundvoraussetzungen bzw. Vorstellungen des jeweils anderen zustimmen, um problemlos gemeinsam an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Geben Sie Ihrem sehenden Guide auch Notfallkontakte (Freunde / Familie).


ZIEL 1:
Kulturveranstaltungen einer größeren Anzahl von Menschen (mit visuellen Handicaps) zugänglich zu machen. Machen wir diesen Zugang gemeinsam so sicher und angenehm wie nur irgend möglich.
ZIEL 2: Entstigmatisierung von Blindheit und Sehbehinderung für ein breiteres – möglicherweise jüngeres – Publikum. Abbau von Barrieren zwischen blinden/sehbehinderten und sehenden Menschen.
ZIEL 3: Sensibilisierung für das Thema „kulturelle Zugänglichkeit für Alle“ und Ermutigung von mehr Basisinitiativen zum allgemeinen Zugang für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und zugunsten der Förderung vielfältiger Interaktionen.
ZIEL 4: Ermutigung zur Entwicklung vielfältiger Inklusionsideen durch weitere Festivals / VeranstalterIn, sofern diese sich dazu animiert fühlen.
GOOD PRACTICE BEISPIEL: 
Rammstein organisierte bei ihrer Tour 2022 eine Bühnentour für blinde / sehbehinderte Gäste, um einen Teil der Backline, der Bühne und der Feuerelemente / Flammenwerfer zu berühren – und mit Bandmitgliedern ins Gespräch zu kommen. So sollte visualisiert werden, welche Effekte die Betroffenen während des Konzerts (theoretisch) sehen würden – wenn sie denn sehen könnten.